Die unsichtbare Seite von Gesundheit (Mit Rodion Bakum, MdL)
Shownotes
Fakten gegen Gefühle: Warum greifen politische Argumente oft ins Leere, obwohl die nackten Zahlen eigentlich stimmen? Und wie schafft es die Sozialdemokratie, in Zeiten von Dauer-Krisen wieder mit Mut und breiten Schultern nach draußen zu gehen?
In dieser Folge der Ruhr.Frequenz sprechen wir mit Rodion Bakum, MdL über das aktuelle Stimmungsbild in unserer Gesellschaft und warum der Erfolg von Politik am Ende vor allem von den Köpfen vor Ort und einer ehrlichen Kommunikation abhängt.
Warum fällt es uns eigentlich so schwer über seelische Gesundheit zu sprechen? Denn es sind nicht immer die anderen. Jede*r Zweite leidet im Laufe des Lebens an einer seelischen Erkrankung. Es betrifft uns alle, ob direkt oder als Angehörige in der Familie. Rodion erklärt, warum es seine Mission im Landtag ist, dieses Thema mitten in die Gesellschaft zu holen, damit am Ende niemand mehr wegschaut und jede*r im Ernstfall genau weiß, an wen man sich im Revier wenden kann.
Eine vielschichtige Folge über die großen Wellenbewegungen der Politik, moderne Kommunikation und ein starkes Plädoyer für mehr Offenheit und Politik mit Herz. Es wird nicht einfach, aber zusammen schaffen wir das!
Transkript anzeigen
00:00:00: Tag zusammen und herzlich willkommen zur Ruhrfrequenz, dem Podcast der SPD-Fraktion im Ruhrparlament.
00:00:12: Heute zu Gast Ronion Bakum Mitglied des NRW Landtags.
00:00:19: mit dem werde ich heute über Gesundheit sprechen!
00:00:28: Hallo, Ronion!
00:00:31: Sehr, sehr gerne.
00:00:32: Wir hatten hier was draußen glaube ich gar nicht so mitbekommen.
00:00:35: Ein kleines Päuschen weil ich krank war.
00:00:38: Passt schon mal wunderbar zum heutigen Thema.
00:00:42: Ohne
00:00:42: Gesundheit läuft nicht?
00:00:43: Genau!
00:00:45: Ich fahre aber erstmal mit dir an du bist schon auch so ein Wunderkind oder wenn wir so deine Biografie anschauen Du bist nicht nur im Landtag, du bist Vorsitzender der Müllheimer SPD Aber... Und alle, die so ein bisschen wissen wie das funktioniert.
00:01:01: Du bist auch noch Arzt mit einem Facharzt für Psychologie und Psychotherapie oder?
00:01:06: Das ist korrekt!
00:01:07: Also wenn das schon als Wunderkind bezeichnet wird in der SPD vielleicht.
00:01:11: Ein kleines Wunder, das nehme ich natürlich immer wieder mal wahr dass ich da als Exot gelte aus zahlreichen Gründen aber so besonders finde ich mich gar nicht.
00:01:19: Ich habe halt meinen Weg gemacht und bin jetzt hier und freue mich mit dir bei den Themen zu reden.
00:01:23: Ja, ich will mich auch gar nicht bei dir einschleimen.
00:01:25: Aber... aber ich sage das ja auch aus berufenden Mund!
00:01:29: Ich habe in meinem etwas längeren Leben als Leinem Mitte zwanzig mal Dreißelminister Medizin studiert und kann mich sehr wohl daran erinnern.
00:01:38: Ich hab mit dem Studium gar keine Probleme gehabt.
00:01:41: die waren alle sehr nett, aber ich weiß dass man da schon eine bestimmte Disziplin braucht und auch eine Merkfähigkeit.
00:01:52: Und ein Talent, das ich damals nicht hatte für mich war es gut weil ich habe dann irgendwann festgestellt Ich bin vielleicht doch eher musisch.
00:01:59: Ich bin Fotograf und das bin ich dann auch Gott sei Dank noch geworden.
00:02:05: aber ich hab das immer so ein bisschen Erinnerung als wenn man so eine Medizinstudium durchsteht, das ist schon ein harter Kampf und da muss man schon besonders sein.
00:02:14: Will ich nicht widersprechen?
00:02:16: Das mag sein aber ich sage mal bei mir, es war jetzt keine Alternative, dass nichts zu tun weil ich bin mit meinen Eltern aus der Ukraine hier hingekommen.
00:02:24: insofern war auch Anspruch da.
00:02:26: naja, wenn wir schon das Land verlassen oder in ein neues Eingewandert sind, war schon bisschen die Erwartungshaltung mach was daraus, meine Eltern waren Bildungen immer sehr wichtig.
00:02:37: Ich hatte vor allem eine Großmutter, die ein großes Vorbild für mich war.
00:02:40: Die war als Ärztin der Sowjetunion oder als Notfallärztin Urologien gearbeitet und deswegen war für mich eigentlich seinem Kindergarten klar ich möchte Arzt werden.
00:02:48: zwischenseitig dachte ich Tennis Profi bis ich gemerkt habe müsste mal ein paar Stunden mehr spielen als ich das damals konnte auch finanziell gesehen.
00:02:56: letztendlich ist das für mich immer Lebensziel gewesen und die Motivation hat mich natürlich getrieben das dann auch zu schaffen.
00:03:03: dass sich dann irgendwann mal Berufspolitiker werde Das ist vor kurzem auch gar nicht gedacht.
00:03:08: Ja, auch das ist was wir hier im Ruhrgebiet ja viel haben.
00:03:13: so eine Aufsteiger-Familie sage ich mal, eine Familie die aus den... Wir nennen es jetzt mal wie auch immer schwierigen Verhältnissen kommt, was auch immer Auswanderungsverhältnisse, Arbeiterklasse, kleinen Verhältnis und dann schon Schon und das frage ich jetzt schon auch Druck auf der Generation lasse, die dann vielleicht das erste Abitur macht.
00:03:36: Bei dir war ja nicht der Fall denn Oma war ja schon Ärztin aber die dann eben auch auch das tun muss was angeboten wird oder?
00:03:45: Ich sag mal auf dem Papier werden noch meine Eltern hier wahrscheinlich ohne Abiturt geführt, da wohl Vater, Journalist, Mutter, Ingenieurin, aber hier mussten halt etwas anderes machen.
00:03:51: mittlerweile ist mein Vater Pfleger, mein Mutter hat immer als Arzhelferin gearbeitet, aber letztendlich ich sage mal positiv formuliert ich bin ohne Staatshilfe hier in Deutschland angekommen.
00:04:00: Insofern, aber meine Eltern, meine Großeltern haben mir da immer auch einen Weg mitgegeben vorgelebt.
00:04:06: Auch dass man auch hart rumringen muss und nichts geschenkt wird.
00:04:09: insofern glaube ich auch und das war letztlich der Grund warum ich mit Achtzehn die SPD eingetreten bin.
00:04:15: Dass ich schon überzeugt bin, dass ... ... politische Entscheidungen mir diesen Weg überhaupt als möglich gemacht haben.
00:04:20: Auch wenn es vielleicht statistisch gesehen, ich meine ... ... als Berufspolitiker weiß ich senke von der Postleitzahl ab,... ... wo man am Ende landet in den meisten Fällen... ... aber dass ich der SPD viel zu verdanken habe hat letztendlich auch mein... ... Polisches Engagement natürlich geprägt und sofern will ich es nicht kleinreden, ... ... aber aus Medizin-Studium hat mir viel Spaß gemacht.
00:04:36: und so fern rückwirkend ist natürlich was.
00:04:38: ... schwer oder mal schwere Zeiten, weil gleichzeitig war ich auch im Stadtrate Müller.
00:04:42: Mein politisches Engagement hat sich sozusagen aufgebaut... ... hat natürlich familiäre private Verpflichtungen und zumindest versucht noch eine Zeit lang auch andere Hobbys wie Sport irgendwie aufrecht zu halten.
00:04:52: Also das war sicherlich nicht kein Spaziergang aber so Rückwirk bezrachtet würde ich sagen ist viel mehr leicht.
00:04:59: Aber wenn ich heute zum Beispiel meine Schwester sehe die Architektur in Bochum studiert, die teilweise nachts in der Uni ist muss ich sagen es ist auch ein ... sehr, sehr harte Studium.
00:05:07: Also ich war nicht nachts in der Uni, wo sich gestehen.
00:05:09: Insofern hat glaube ich jeder Bildungsweg... ... jeder Arbeitsweg auch seine Besonderheiten vor allem auch aus den Daseinsberechtungen würde.
00:05:17: Dass ich jetzt Arzt bin?
00:05:18: Klar!
00:05:18: Ich weiß das ist ein... Beruf mit hohem Status.
00:05:21: Es wird ja oft gefragt, warum bist du sozusagen vom beliebtesten Beruf in den Unbeliebtesten gegangen?
00:05:25: Kommen wir vielleicht gleich zu.
00:05:28: aber letztendlich wenn nun Ziel im Leben hast und das hatte ich an der Stelle es kann ich auch nur allen jungen Menschen draußen sagen, wenn die mich am Landtag besuchen, wenn ihr ein Ziel habt will ich zumindest dafür arbeiten dass du die Rahmenbedingung so seht, dass ihr es schaffen könnt auch aus eigener Kraft.
00:05:40: Du hast ja gerade die Verbindung schon hergestellt nach der ich gefragt hätte, wenn du es nicht getan hättest.
00:05:44: Nämlich auch zur SPD.
00:05:46: Ich glaube in deiner und auch meiner Generation ... Ich sag jetzt mal da liegt ungefähr eine Generation schon zwischen.
00:05:52: Du bist deutlich jünger als ich.
00:05:54: Aber... Da ist natürlich auch so ein bisschen wieder gutmachen!
00:05:57: Wir haben ne Chance bekommen.
00:06:00: Und jetzt sich politisch engagieren.
00:06:01: Ich weiß nicht wie du siehst, ist auch n bisschen zurückgeben von dem was man selber bekommen hat.
00:06:09: Erstmal vielleicht vorweg, du bist der Jahrgang meines Vaters.
00:06:11: Habe ich mal vorher geguckt um dich zu entlassen.
00:06:14: So viele Generationen liegen gar nicht dazwischen.
00:06:18: Aber immerhin?
00:06:18: Immerhin absolut!
00:06:19: Insofern
00:06:21: ist gut und es war schon das Gefühl auch öffentlich.
00:06:24: Das kann man bei mir in einer Biografie nachlesen.
00:06:26: Ich bin unfassbar dank mit meiner Familie die Chance gehabt zu haben ... hier in dieses Land einwandern zu dürfen.
00:06:32: Und natürlich begründ ich auch meinen Motivation, mein politisches Engagement... ...auch damit dass ich etwas zurückgeben will.
00:06:37: Natürlich profitiere ich auch selber erst mal als Abgeordneter!
00:06:40: Ich habe einen Job der mir Spaß macht,... ...der ist auch sicherlich gut bezahlt.
00:06:43: davon kann man gut leben.
00:06:44: aber im Ende des Tages... ...mein wir kriegen jetzt die Debatten und die Krisen mit.
00:06:49: Wir haben gerade auch echt viele Gründe unzufrieden vielleicht bei unserer eigenen Partei... ...um unseren eigenen Leuten zu sein.
00:06:54: am Ende des Tages würde es mir nicht im Leben einfallen sozusagen, der SPD den Rücken zu kehren.
00:07:01: Nicht nur jetzt aus eigenen... beruflichen Existenzgründen, sondern eines Tages überwiegt die Dankbarkeit dafür.
00:07:07: Und so zum Beispiel ein Grund warum ich bis heute, wo ich da jetzt mich nicht engagiere aber auch mit der jüdischen Gemeinde bin weil ich weiß aufgrund dieser Herkunft, aber auch aufgrund der Bestätigung dass ich Nachkommen von Holocaust verfeuchtet bin durfte ich überhaupt einwandern und das haben schon meine Eltern mir mitgegeben, dass es nicht vom Himmel fällt, dass man dafür dankbar zu sein hat und das prägt mich definitiv.
00:07:29: Dann kommen wir mal zu den unangenehmeren Seiten der Politik.
00:07:33: Viele nehmen uns als Partei, aber neben überhaupt auch der Demokratie gar nicht mehr ab dass wir was tun können.
00:07:43: so viel Misstrauen und so viel Angst Auch bei den Menschen.
00:07:49: das ist irgendwie nicht.
00:07:50: schaffen das ihnen was weggenommen wird Das schlimme Dinge passieren.
00:07:56: Du bist ja Psychologe.
00:08:00: Mir kommt es fast so ein bisschen an wie eine generalisierte Angststörung in der Gesellschaft.
00:08:08: Dass alle nur noch ihre Ängste austauschen und auch aus diesem Kreislauf gar nicht mehr rauskommen, auch nichts Gutes mehr sehen irgendwie.
00:08:19: Ist das für dich auch so ne grundsätzliche Überlegung?
00:08:22: Also ich nimm das... Schon als Zeit, wann der große Ohnmacht herrscht.
00:08:26: So würde ich es beschreiben.
00:08:27: Dass viele Menschen einfach das Gefühl haben ist, egal was ich tue, egal wie viel ich tuche... Es bringt ja doch alles nichts am Ende des Tages.
00:08:33: und dann muss man schon sagen, das hängt sehr von der Persönlichkeit, von der Erziehung ab, dann gibt's sicherlich Menschen die auch mit einer gewissen positiven Grundstimmung sagen aber Ich nehme jetzt sozusagen meinen Schicksal in die Hand Und ich bin selbst wirksam, ich kann was dagegen tun, egal welch schwer es ist.
00:08:47: Dann gibt's eben ganz vielen Menschen, die sagen Das funktioniert nicht und jemand anders ist schuld.
00:08:52: Es gibt beides und viele Grautöne dazwischen.
00:08:54: Ich würde das, also auch das ist sozusagen Teil der der heutigen Psychologie.
00:08:59: Früher hat man ja viel von Massenpsychologie gesprochen.
00:09:01: Das wurde aber zumindest in der Wissenschaft sehr von der Individualpsychologe abgelöst, dass am Ende auch jeder selbst wirksam sein kann.
00:09:07: Also auch allein die Allein der Glaube daran, jeder Mensch kann selbst wirksam sein und muss sich nicht in der Gruppe verlieren.
00:09:14: Aber ich will mich sozusagen nicht ignorieren, da es natürlich viele Menschen gibt Abhängigkeit von ihrer Erziehung, von ihrer Prägung.
00:09:22: Die dann auch gut Deutsch sagen wir mal einfach mitlaufen sowohl in der guten als auch einer schlechten Stimmung.
00:09:26: das ist eben das Risiko die Anfälligkeit unserer demokratischen Gesellschaft.
00:09:30: Wir erleben das ja auch in anderen Teilen der Welt ob es jetzt nur die USA ist oder Großbritannien als sie für den Brexit gestimmt haben dass sich natürlich Domino Effekt ergeben kann wo wo sich Menschen dann auch eben Ideen anschließen, die es aus unserer Sicht nicht so gut meilen mit den Menschen und die Schuld haben natürlich immer, die irgendwie unter einem sind.
00:09:52: Also nach unten treten sie immer einfacher als mit dem Mächtigen den Großen, den mit viel Geld aufzunehmen.
00:09:56: das ist so.
00:09:56: aber wir werden nicht Sozialdemokraten wenn man den anderen Weg gewählt hätten und dennoch das kennt jeder von uns aus seinem Ortsfein haben wie natürlich auch solche Menschen unseren Reihen das würde ich sagen ist auch keine Minderheit.
00:10:06: Es ist nichts Verwerfliches zu sagen warte so oder ich erwarte von denen die Entscheidungen treffen, dass sie auch eine gute Führung abgeben.
00:10:15: Das darf sich auch ändern.
00:10:16: Keiner von uns ist also Ich bin auch nicht so das ich jeden Tag sage heute sind supertach jetzt nehme mich mein Schicksal selbst in die Hand gibt natürlich auf frustrierende Tage wo du vor die Wand läufst also werdet ihr im Europaparlament auch kennen?
00:10:27: Aber am Ende des Tages geht es auch politischer Führungen darum diese Kräfte die in der Gesellschaft sind die positiven Kräften auch zu aktivieren und im Moment schaffen wir das nicht.
00:10:37: das gehört zur weit dazu.
00:10:38: Ja, ist ja oft auch dieses Verlieren im Klein-Klein.
00:10:43: Dass das Problem macht und es ist natürlich auch so ein bisschen... Du sagst grad, dass man individuell schon sich daraus arbeiten kann und es auch an einem individuell liegt.
00:10:56: Nur da ist es ja relativ einfach, sich heute den Kick auf Social Media zu holen.
00:11:01: Man setzt eine Nachricht ab und hat das Gefühl, man hat was getan oder bewirkt.
00:11:06: Das ist natürlich in Wirklichkeit gar nicht der Fall.
00:11:12: Wo würdest du denn Ansatz sehen um mal wieder in das größere Denken zu
00:11:16: kommen?
00:11:17: Also wenn ich da jetzt eine einfache Antwort auf diese Frage hätte, dann möge ich als Partei vielleicht ganz so an das Neibe.
00:11:23: Ich sag mal es gibt so bestimmte Symptome in der Gesellschaft.
00:11:26: also jetzt vielleicht mal einfach Begriff einzuführen die Ambiguitätstoleranz also die Fähigkeit Unwissenheit auszuhalten.
00:11:32: Also ich sage mal als Beispiel wenn wir oben sozusagen im Himmelspuren von Flugbewegungen sehen, dann sind die einfach da.
00:11:42: Man muss sie nicht erklären aber es gibt Menschen, die dann vom Chemtrails reden das dirigieren uns alle und so weiter.
00:11:47: ihr kennt das alles will ich gar nicht wiederholen oder bis hin zu fragen was an Nine Eleven passiert ist aber auch im Kleinen immer Geschäftarzt von mir hat immer so erklärt naja wenn man nach vielen Jahren unsere Lieblingshose wieder anziehen und sie kneift dann gibt es natürlich eine Erklärung dafür, die ist halt kleiner geworden.
00:12:04: Die sind in den Wäsche eingelaufen, ne?
00:12:05: Also vielleicht dass die Wahrheit daran liegt das wir vielleicht an Umfang zugelegt haben.
00:12:09: also ich persönlich auch merke das auch durchaus häufiger.
00:12:13: Die kommt erst dann wenn man für sich ein gesundes Gleichgewicht hat so will ich es formulieren.
00:12:18: und wenn wir in der Gesellschaft E von außen Krisen haben um B gleichzeitig hier in diesem Land auch wirtschaftlich gerade nicht so gut läuft Dann werden Menschen Anfällig dafür, bestimmte Phänomene wie auch immer in der Gesellschaft einfach nicht mehr ertragen zu können und wickeln ihre eigenen Erklärungsmodelle.
00:12:38: Das ist zumindest jetzt ein komplizierten Ausgriff das wo Extremisten egal ob links oder rechts aber natürlich gerade die Rechtsextremisten der heutigen Zeit einfach ansetzen und das muss man schon zugestehen ob jetzt früher bei der NSDAP oder selbst ins Mittelalter zurück geschaut.
00:12:53: Die Populisten und Extremisten können immer mit neuen Medien besser umgehen, als die, die etablierts gerade zu müssen in der Regierungsverhandlung sind.
00:13:01: Und das erleben wir jetzt gerade auch.
00:13:03: da ziehen wir sicherlich nach.
00:13:04: so ein Podcast ist auch ein kleines Mosaik-Steinchen dessen.
00:13:07: aber wenn wir ehrlich sind machen die das teilweise länger und besser und da erstmal aufzuholen dass dauert und gleichzeitig und es ist ja das beste Rezept eigentlich gegen diese Tendenzen ist es gute Regierungsarbeit zu machen wohl wissen dass sie nicht alles allein in Deutschland schaffen aber doch eine starke Stimme haben.
00:13:26: Jetzt habe ich das ganze so metaphorisch aufgezogen und hab quasi mit einem allgemeinen Vergleich angefangen.
00:13:34: Aber du bist ja auch wirklich Gesundheit-Experte schon von Berufswegen, der das eben auch in einer Politik praktisch umsetzen kann, dann letztendlich eine Veränderung versucht zu bewirken.
00:13:50: Wie
00:13:50: schaut's?
00:13:51: Wie schaut es in der Praxis aus bei dem Einzelnen?
00:13:55: Was wir jetzt besprochen haben, ist natürlich die allgemeine gesellschaftliche Tendenz.
00:13:59: Aber der Einzelne sitzt ja da auch mit seinen Ängsten und findet vielleicht gar nicht mehr den Hausarzt, der ihm zuhört oder dem Psychologen, mit dem er ein Gespräch führen müsste.
00:14:09: Das ist natürlich ein vorteiler System von Insokeln.
00:14:11: Das merke ich natürlich im Landtag.
00:14:12: Ich bin einer von zwei Ärzten unter anderem der Vorsitzende der AfD.
00:14:16: Und kannst dir vorstellen, dass wir grundlegend verschiedene Ansichten... haben, auch in der Rednerück unterschiedliche sind.
00:14:22: Vom ersten Tag an einem Landtag wurde mir damals vom Vorsitzenden Thomas Kutschaty gesagt wenn er spricht gehst du auch raus und sprichst.
00:14:29: Zumindest neulingens muss ich dazu sagen.
00:14:30: Auch wenn der Vorsitzende der AfD ist und auch Legislaturperiode schon länger auf dem Buckel hat ist er auch nur zwei drei Jahre älter als sich also immer noch ein junger Mann.
00:14:38: aber trotzdem auch in einer bücheren Debatte sehr herausfordern weil der eben kein Björn Höcke ist sondern auch versucht sich gemäßig zu äußern sind glaube ich eher die gefährlichen, weil es natürlich durch so eine Rhetorik nicht Impfungen ist konzettlich schlecht.
00:14:52: Aber du musst dir selber überlegen ob du dich diesen Risiken aushalst auf eine kluge Art und Weise noch viel mehr Ängste erzeugt beim Menschen und vielmehr sozusagen ausnutzt, dass Menschen Orientierung brauchen das Gegenteil dessen tun sollen.
00:15:05: Ich dann jetzt sage in der büschenden Debatte tatsächlich, ich könnte jetzt... Das ist für den Podcast gar nicht wichtig aber ich kann schon zeigen wo ich auch selbst wirksam trotz Opposition war, Anträge geschrieben habe die später die Regierung übernommen hat oder auch nicht.
00:15:17: Und am Ende geht es schon darum gibt ja nur einfach viele Menschen mit konkreten Anliegen oder auch manchmal keinen konkreten anliegen, sondern einfach nur Sorgen.
00:15:25: Ich hab so eine Reihe von Brieffreundschaften da nicht, dass sie finde bei WhatsApp statt ist jetzt kein klassischer Brief wo die Menschen mir sagen wir wählen AfD aber letzten mal haben Sie mir die Erstimme gegeben Mitte einfach in Begründung, Sie hören uns wegen du oder Sie antworten mal.
00:15:39: damit will ich zum Ausdruck bringen, ich würde nicht mit Nazis oder Extremisten schreiben.
00:15:42: das kann ich sehr gut differenzieren.
00:15:44: Aber es gibt so viele Menschen die in dieser Zeit mit konkretem Alltag sorgen.
00:15:50: der Bus fährt nicht, wie komme ich aber von A nach B?
00:15:52: Ob jetzt nur zur Arbeit oder vielleicht um meine Mutter im Seniorenheim noch zu besuchen.
00:15:58: Oder selber vielleicht eine Behinderung einer Erkrankung hat die mich da hemmt.
00:16:02: Wie überstehe ich den Tag weil ich am Monatsende nicht genug habe und vielleicht noch zu netto zu gehen?
00:16:06: das sind ja alles alltägliche Geschichten.
00:16:07: Ich nenn es jetzt mal aus meinen Brieffreundschaften habe.
00:16:10: Das ist einfach Menschen die Sorgen haben und zwar völlig berechtigte nachvollziehbare Sorgen, die wir teilweise auch selber aus unseren Familienumfeld kennen.
00:16:19: Die haben ja mal das zweite Binsa, aber das Gefühl dann ist halt einfach keiner mehr zu.
00:16:24: Und das ist glaube ich etwas... kann jetzt auch noch.
00:16:26: aus Geschichtsbüchern weiß ich das, aber dass konnte die SPD vor allem im Ruhrgebiet oder darüber hinaus mal sehr gut zuzuhören und Dinge auch einfach aufzugreifen.
00:16:35: Ich habe schon den Eindruck viele Menschen erwarten kann nicht, dass du morgen die Lösung hast oder denen versprichst?
00:16:40: Ich mache das!
00:16:41: Aber alleine die zu respektieren und ernst nehmen gerade hier im Ruhergebiet wo wir nochmal ganz andere Herausforderungen haben.
00:16:45: Das ist die Grundlage, glaube ich da für das Menschen Auch im Ende trotz Krisen, trotz Sorgen den Licht am Ende des Tunnels sehen und es ist nicht der ranahende Zug um jetzt so ein Psychiaterbeispiel zu nehmen.
00:16:56: Also schon Hoffnung zu geben indem man erst mal zuhört und das ist ja ehrlicherweise weiß der Vergleich Mark Hinken.
00:17:02: aber das was ich beruflich vorher gemacht habe das war ja nicht bei der Begrüßung schon zu sagen Sie haben das und sie kriegen das Medikament.
00:17:09: oder jetzt unsere vier Stunden Gesprächszeit.
00:17:11: Das erste Wahl ist einfach dass jemand da ist der unterstützt wo die Menschen wissen, wenn es mir gerade schlecht geht und ich Druck habe.
00:17:17: Dann kann ich mal eben zum Stationsarztort zur Pflegekraft gehen.
00:17:20: Das haben viele in ihrem Umfeld nicht.
00:17:21: Es muss gar keine Fachkraft sein aber jemand der das auch aushält, dass jemand Sorgen und Nöte hat, wo man ja selber welcher hat im Alltag sind ja auch nur alle Menschen.
00:17:30: Das ist glaube ich eine große Grundlage für das nämlich wie gesagt im privaten, im persönlichen war was du beschreibst und das zieht sich natürlich auf ein großes blutsches Feld.
00:17:38: dann noch weiter ne?
00:17:40: Ja ich glaube ein zusätzlicher Aspekt Wir haben ja eben auch über deine Ausbildung gesprochen und ich habe sie auch so ein bisschen hervorgehoben, war auch und das noch Medizin studiert.
00:17:54: Wenn ich mich heute so umschaue, wir leben ja schon in einer harten Leistungsgesellschaft die uns dann auf Social Media immer präsentiert dass wir alle schön sein müssen schlank sein müssen Geld verdienen müssen dreimal im Jahr Urlaub machen müssen immer neues Auto fahren müssen.
00:18:12: Ich will sagen, die Anforderungen an junge Menschen aber vielleicht auch und jetzt sage ich nochmal Generationen.
00:18:20: Auch an meine Generationen, die noch nicht in der Rente ist sondern so mitten im Arbeitsleben steht sind auch extrem... hoch geworden oder scheinend zumindest extrem.
00:18:30: Man hat schnell das Gefühl, dass man sich verliert oder keine Hilfe mehr bekommt um beim Gesundheitsseema zu bleiben.
00:18:38: Man kriegt kaum noch einen Arztterminen wenn man einen braucht aber auch in allen anderen Behörden fragen.
00:18:46: Vielleicht will man sich sogar selbstständig machen und es werden einem eher Steine in Weg gelegt.
00:18:50: Man will ein Häuschen bauen abgesehen, dass es sehr teuer geworden ist.
00:18:54: Ist es auch immer schwieriger geworden alle Genehmigungen.
00:18:57: Es scheint nicht mehr so reibungslos zu laufen und ich glaube, das fällt uns auch allen irgendwie auf die Föße.
00:19:06: Ich gebe dir insofern recht als dass es wunderbar diese Gefühls- Farbe ansprichst, die gerade eine Gesellschaft auch in unserem Umfeld hier im Ruhrgebiet einfach da ist.
00:19:15: Jetzt könnte ich den Feuerwerk der Fakten rüberbringen, warum in den letzten Jahren Jahrzehnten die Löhne gestiegen sind und sich die Arbeitsverhältnisse gebessert haben.
00:19:22: Warum auch Gesundheit in der Bevölkerung und am Arbeitsplatz sich verbessert haben?
00:19:26: Und es wird nichts an deinem Gefühl ändern.
00:19:28: Das haben ja die Leute ja auch sozusagen eben Gefühl.
00:19:30: Und warum das so ist kann ich jetzt nur versuchen.
00:19:32: Ich weiß es, wenn man das Tages auch nicht kann versuchen das aufzugreifen.
00:19:35: Zumindest auch in dem was ich bewusst in meinem Jahr jetzt Leben wahrgenommen habe.
00:19:41: Nämlich das schon auch für mich war, dass die Zeit schon sehr viel bedrückter geworden ist, mindestens seit.
00:19:48: also.
00:19:48: was ich bewusst wahrgenommen hab war Finanzkrise.
00:19:53: Und da hat man das gerade so überstanden und schon kam die geflüchteten Krise oder Migrationskrise aufgrund von Kriegen im Ausland.
00:20:00: Ja, also sagen wir kennen zwar den struckschen Satz irgendwie Deutschland wieder im Hindukusch verteilt.
00:20:04: wenn wir ehrlich sind, hat ja keiner von uns gefühlt.
00:20:06: Das war ganz weit weg und sagen wir Syrien ist auch noch weit weg.
00:20:10: aber dann standen die Menschen plötzlich hier und jetzt kommen auch noch die Menschen aus der Ukraine verdammt nahe also quasi nur zwei Stunden Flugentfernung von Berlin aus gesehen.
00:20:23: Wenn das so haupt vielleicht überstanden ist oder gerade so das Gefühl da, als wir haben es im Griff.
00:20:28: Dann kommt Corona die Pandemie und Pandemie vielleicht grad überstanden auch nicht?
00:20:33: Und dann erzählen uns was von Klima- und Artenkrise, die ja eigentlich noch viel... Schlimmer ist, sage ich auch aus ärztlicher Perspektive, die aber nicht so greifbar ist.
00:20:42: Weil ob jetzt die hundertreißigste Ameisenarzt ausstiebt oder nicht wird dein und mein Leben nicht unmittelbar betreffen.
00:20:48: Irgendwann aber schon das dem Menschen deutlich zu machen in der Zeit wo sie mit sich selbst beschäftigt sind.
00:20:53: viel im Antrag ist überhaupt nicht möglich.
00:20:54: also was ich damit sagen will es Das ist wie eine wiederkehrende Depression, vielleicht so ein Bild zu sagen.
00:21:00: Du hast gerade irgendwie ... Du hast grade eine schwierige Zeit überstanden und schon kommt der nächste Nackenschlag oder tritt in die Magengrube.
00:21:08: So fühlt sich das einfach aktuell an.
00:21:10: und da einfach resilient also widerstandsfähig zu sein und zu sagen mich interessieren die Krise nicht ich bin trotzdem stark gemacht das muss man auch zugestehen.
00:21:19: dass kann nicht jeder es ist auch nicht zwingt.
00:21:22: etwas was jeder können muss Kann ja nicht nur Menschen geben, die glücklich und wie ein Schaf auf der Wiese rumlaufen.
00:21:29: Nein wir haben natürlich täglich Probleme das darf man nicht kleinreden.
00:21:32: und ich will nur sagen vermutlich kann auch keine Regierung dieser Welt dieses Gefühl mit dennoch besten Regierungsfähigkeits unmittelbar ändern.
00:21:42: Das wäre utopisch ... sind wir in der Situation.
00:21:46: Also ich mein, seitdem ich in der SPD bin, da sind jetzt ja nun auch ... ... siebzehn Jahre oder fast achtzehn jahre ... ... weil die Partei immer in der Krise.
00:21:54: So, immer war es irgendwie schwierig, meistens haben wir mitregiert...
00:21:57: Die haben davor auch
00:21:59: also... Ich wollte grad sagen, das sehen mir dann auch die älteren.
00:22:02: Aber was ich zum Auszug bringen habe, was ich aber trotzdem wahrgenommen hab in der Zeit ist, ... ... gehört mir trotzdem Wellen bewegen.
00:22:06: Wie oft hat man uns totgesagt?
00:22:07: Jetzt aktuell hier auch!
00:22:09: Und überhaupt die Sozialdemokratie in Europa weltweit.
00:22:11: und gestern hat's diese Sozialdemokratien malter Gebe ich zu ein kleines Land, aber wir haben wieder eine absolute Mehrheit geholt.
00:22:17: Das heißt es liegt ja nicht an der sozialdemokratischen Idee ob sie gerade in dieser Zeit wirkt auch nicht so.
00:22:21: schon eine Frage welche Menschen hat man vor Ort?
00:22:24: wie kommunizieren Sie?
00:22:25: und gehen wir auch mit breiten Schultern da draußen im gewissen Stolz und sagen Wir haben die Idee.
00:22:31: Es wird nicht einfach liebe Leute Aber zusammen schaffen wir das oder geben uns denjenigen die sagen wir schaffen's nicht und ist eher alles verloren.
00:22:38: Aber genau das, was du gerade getan hast ist ja glaube ich ein Weg der daraus führen kann.
00:22:44: Denn die sozialdemokratische Idee bleibt die beste Idee.
00:22:48: also es gibt wenig wovon ich so überzeugt bin wie von der Sozialdemokratie.
00:22:52: So Freiheit gleichheit Brüderlichkeit Das ist das was uns weiter um Solidarität und die findet man letzten Endes unideologisch nur bei uns und die wird auch nicht aussterben.
00:23:07: Wir stehen gerade in den Umfragen, nicht gut da machen wir uns nichts vor.
00:23:13: aber das was du gerade getan hast ich glaube dass ist ja ein Weg daraus was ganz am Anfang nämlich gesagt und ich könnte dir jetzt facken um die Ohren hauen dass es uns ja eigentlich allen gut geht Aber nutzt ja nix.
00:23:25: Die Leute fühlen sich schlecht und manchmal bin ich auch ein bisschen verzweifelt, da ist es dann denke ich auch Ja gut!
00:23:30: Und das sage ich jetzt mal auch wenn... Ich stecke gerne mal die Prügel hier für alle ein.
00:23:35: Manchmal denk ich so schlecht gehts euch nicht.
00:23:38: Also kommt mal heute Ihr habt alle meisten kaufen sie doch irgendwie neues Auto und ihr habt alle genug zu essen und zu trinken.
00:23:45: Da gab's schlechtere Zeiten.
00:23:48: Der Problem ist dass man sich ändern muss oder sollte aufgrund bestimmter neuer Dingen Gesellschaft, dass das nicht jeder will so klar.
00:23:55: Also wer von uns plötzlich um das Beispiel zu nennen größere Jeans kaufen ist ja doof wird man sicher eingestehen, dass der alte einfach nicht mehr passbar mal selbst schuld ist.
00:24:03: Mir geht auch langsam die Nummern aus.
00:24:06: Das mag jetzt ein bisschen lustig klingen aber es kann man auf alle Lebenslagen übertragen.
00:24:10: Ja
00:24:13: also sich zu ändern ist schwierig und vielleicht das Gefühl zu haben, dass einem dabei nicht so richtig geäufen wird und immer wieder Krisen kommen.
00:24:21: ich verstehe Das
00:24:22: Gefühl ist ja, Änderung bedeutet automatisch das Schlechterwirt.
00:24:27: Und das ist es eigentlich nicht.
00:24:29: Du musst den Menschen oder zumindest versuchen zu begründen... worum Änderung auch gut sein kann.
00:24:34: Ich sag mal ein anderes Beispiel, was ich sehr gut finde war so ein Kollege im Landtag, der René Schneider ja auch aus dem Ruhrgebiet immer sagt du überzeugst die Leute nicht davon eh Auto zu fahren weil es weniger Abgase produziert, weniger CO-Zwei und so weiter.
00:24:47: aber wenn du sagst ey die Beschleunigung ist verdammt geil!
00:24:50: Du fährst das mit viel schneller dann blitzen plötzlich... die Augen auf von jungen Männern, die sich tolles Sportauto oder ähnliches vorstellen.
00:24:58: Weil sie noch nie im E-Auto saßen und gar nicht wissen wie das da ist.
00:25:01: Aber Hauptsache man diskutiert erst mal kaputt weil man es auf TikTok gehört hat.
00:25:05: Und das ist aber eine Herangehensweise zu überlegen.
00:25:08: Das tue ich auch wenn ich mich reden halte.
00:25:09: Ich argumentiere wie überraschig die Menschen so... Thema seelische Gesundheit.
00:25:14: nochmal ist ja etwas Ägypten.
00:25:15: Wollen wir eigentlich so überreden?
00:25:16: Psyche und so weiter, deswegen sage ich auch seelischen Gesundheit weil die Leute gar nicht verstehen dass sich um Psychiatrie handelt, wenn ich Psychiatriesache höre nicht weg aber jeder zweit hat im Laufe seines lebensseelischer Erkrankungen das heißt alle anderen sind als Angehörige Familie betroffen und wenn du den Leuten das sagst dann fangen die zumindest drüber nachzudenken, ob es nicht doch ein wichtiges Thema ist.
00:25:36: Weil das sind nicht die anderen.
00:25:37: Das sind keine Paar, die irgendwo vielleicht mal auf einer geschlossenen Station sind weil sie sich selbst oder andere umbringen wollen.
00:25:42: Nein!
00:25:42: Es betrifft jeden von unserer Gesellschaft.
00:25:45: Aber das spüren wir erst dann wenn Sie tatsächlich betroffen sind und dann aber hoffentlich wissen an wem man sich wenden könnte.
00:25:50: dafür arbeite ich.
00:25:53: Ich will einen Satz noch zum Ruhrgebiet sagen.
00:25:56: Stimmt, deswegen sind wir ja hier.
00:25:58: Auch!
00:25:59: Weil das was du da gerade beschreibst nämlich sich gegenseitig auch wirklich zu verstehen Kumpel sein und jetzt meine ich nicht mehr den Bergarbeiterkumpel sondern wie wir hier kumpel sind wie wir miteinander umgehen wo unsere Parteien ein gutes Beispiel ist.
00:26:14: Wir gehen sehr gut miteinander um.
00:26:20: Ich glaube, das ist ja schon auch etwas was die Resilienz stärken kann und was eine Gemeinschaft in der man sich aufgehoben fühlen kann.
00:26:29: Ein Gemeinschatsgefühl, auch ne gemischte Gesellschaft in der mal sich trotzdem eben wohl und aufgehobene gefühlen kann und in der dann eben auch seine psychischen Probleme, die wir nämlich alle haben Und unsere Unterschiede eben auch ausleben können ohne Vorwürfe, ohne in diesen Leistungszwang zu kommen.
00:26:51: Ich glaube es ist ja gerade das Rohrgebiet.
00:26:54: Es könnte da ja und ist vielleicht auch ich will's gar nicht konjunktiv bringen.
00:27:00: Ist da ja auch ein Vorbild?
00:27:03: Deswegen liebe ich dieses Rohr-Gebiet so und sage ganz klar, dass das hier meine Heimat gibt zum Beispiel.
00:27:07: Das spreche mich sehr an wunderbare Untersuchungen auf Schriftzettel zB von der Brotstiftung die hier auch ansässig ist Zum Beispiel, wenn Zusammenarbeit mit einem Sozialwissenschaftler Professor Heinz aus Bochum festgestellt haben.
00:27:21: Was unterscheidet die Menschen hier im Ruhrgebiet von anderen Regionen?
00:27:23: Erstmal die überraschenden Erkenntnisse gar nicht so viel!
00:27:26: Wir sind gar nicht sehr speziell wie andere.
00:27:28: aber was zum Beispiel hier sehr typisch ist ein Satz den viele Ruris zustimmen Hier kann ich sein wie ich will So, während es aus Spaß gesagt wird und der Nachbar guckt wie hoch dein Gras ist oder nicht.
00:27:39: Wobei sagen muss man nachbeachtet auch sehr drauf aber er ist Genosse da darf das Aber trotzdem.
00:27:43: endes Tages fragst du dich im Ruhrgebiet nicht wo kommst du her?
00:27:46: Sondern wo willst du hin?
00:27:47: wenn du fragst wo du herkommst dann eigentlich aus Interesse so habe ich das immer wahrgenommen ja sich wurde nie.
00:27:52: Ich hatte überraschender was heißt überraschenerweise aber die ganzen Berichte über Ausländerfeindlichkeit oder speziell auch Judenfeindlichkeiten muss ich sagen wann bei mir sehr gering ausgeprägt.
00:28:02: Ich habe mich immer angenommen, gefühlt und positiv erfahren gemacht.
00:28:04: ich will nicht absprechen das andere andere Erfahrungen machen und dennoch ist es so ein bisschen der Geist dieses Rohgebietes und vor allem das unterscheidet glaube ich das rohgebiet von vielen anderen Regionen.
00:28:14: wenn du hier hinziehst dann werden die meisten dich sehr positiv aufnehmen und ich nicht als komisch oder anders betrachten.
00:28:20: gehört hier dazu vielleicht einen Scherz zu sagen aber wir gerade auch verbandrohr sind und garaldün als direktor auch von paar Tagen bei uns in mühlheim auf dem empfang war?
00:28:29: Wenn ein Ostfriese es schafft, Chef des Ruhrgebiet zu werden, dann ist das der beste Beweis, dass hier alles möglich ist.
00:28:36: Ja, das hast du so schön gesagt!
00:28:38: Das ist wahr und er sieht ja wirklich sehr handseartig aus.
00:28:41: Also jetzt müssen wir fast ein Foto von ihm einblenden weil mit seinen schloweißen Haaren und so... Und
00:28:46: trotzdem fällt da nicht auf,
00:28:47: behaupt ich.
00:28:48: Nein, das stimmt.
00:28:51: Ich finde das dem psychologischen Aspekt tatsächlich sehr, sehr spannend und für mich ist so ein Thema.
00:28:55: Das kriegen wir jetzt aber heute nicht mehr unter.
00:28:57: Neurodiversität.
00:29:00: Ist ja im Moment auch mehr in aller Munde bei den Fachleuten als je zuvor Menschen, die eine andere Art haben zu leben.
00:29:11: Ich fasse es mal sozusagen eben vielleicht auch dem Leistungsgedanken anders entsprechen als als als neurotypische menschen.
00:29:22: ich versuche man eins versetzen aufzugreifen weil ich weiß unsere zeit läuft langsam ab.
00:29:26: aber ich sage es mal so ja ich rede hier auch mal flap sich auch rohgebietes deutsch.
00:29:30: also ich werde oft gefragt gerade bei schwierigen menschen im landtag oder so.
00:29:33: dann fragen mich die kollegen was sagst du zudem und dem da?
00:29:36: Was hat der finde Diagnose?
00:29:38: Und ich sag als Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie ganz ehrlich du kannst nicht verlassen Diagnose geben.
00:29:43: Manche sind einfach Arschlöcher.
00:29:44: Aber andere sind auch einfach nett oder anders und das ist nicht schlimm.
00:29:47: Das kann und muss man nicht werten wenn er sich zum Ausdruck bringen will.
00:29:50: Man erwartet ja von uns Ärzten dass wir sofort immer alles eine Schublade packen.
00:29:54: gerade in meinem Fachgebiet.
00:29:55: Ich hatte sehr gute Lehrer haben wir gelernt Nichts vorzuurteilen.
00:29:59: Alles Mögliche vom körperlichen Erkrankung auszuschließen, bevor man irgendwann zur Wertung kommt.
00:30:04: okay es könnte etwas seelische sein aber in meisten Fällen Also es gibt auch Diagnosen, Borderline ist zum Beispiel wo im Namen drinsteckt dass das eine Grenzerkrankung ist.
00:30:14: Es gibt genug Leute die sagen es ist keine Erkrankungen, eben Borderline hart an der Grenze und was du ansprichst mit Neurodiverse, das betrifft auf viele Menschen aus dem Autismus-Spektrumbereich oder ähnliches wo einfach auch in der Fachwelt diskutiert wird... ...ist das eine Erkrankung?
00:30:27: Oder ist das...?
00:30:27: ... im Rahmen eines normalen Spektrums, was eine Gesellschaft dulden kann und dulden muss.
00:30:32: Ich sag mal als Beispiel es gab ja früher Diagnosen ... ... Homosexuell oder sexuelle Deviation also Abweichung von Norm dir heute auch ... ... wo auch heute gesellschaftlich anders stehen.
00:30:44: Gott sei Dank!
00:30:46: Und da entwickelt sich auch mein Fachgebiet weiter, dann entwickelt sich die Gesellschaft weiter... Also deswegen zurück zum Kern.
00:30:51: Man muss nicht jedem eine Diagnose geben.
00:30:53: manche sind einfach wie sie sind sowohl gut als auch schlecht.
00:30:56: Und damit sind wir wieder beim Ruhrgebiet, weil ich glaube das ist genau das oder es ein gutes Rezept wie wir hier zusammenleben.
00:31:02: Das ist so
00:31:03: und jetzt merkt man schon dass ich ein bisschen schneller rede, weil die Lea der ich ganz ganz herzlich überhaupt auch danken möchte darf du auch nicht vergessen für die wunderbare technische Betreuung heute und sie wird das alles schick zusammenschneiden.
00:31:16: also danke dafür.
00:31:17: hat mir eben schon Schildchen hochgehalten was wir bei twenty fünf Minuten waren.
00:31:21: Das passiert, wenn ihr mich einladet.
00:31:24: Das sage ich jetzt schon so oft auch bei anderen aber wir müssen mal zweite Runden machen weil solche Themen muss man auch noch einmal ein bisschen vertiefen.
00:31:33: also bis auch gerne wiedergesehen war es ein spannender Gesprächspartner.
00:31:38: Danke dir herzlich Achso.
00:31:39: und dass das Schöne oder Verletzter treu ist.
00:31:40: die Themen gehen ja nicht aus Die Krisen leider auch nicht Und deswegen wird viel anderes geben auch darüber zu reden
00:31:47: Und das werden wir tun.
00:31:48: danke dass du da warst.
00:31:50: Dank für die Einladung.
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